Aktualisiert Mai 2026

EUDR-Ratgeber: für Ihre Branche.

Wählen Sie Ihre Branche – und sehen Sie sofort, was die EU-Entwaldungsverordnung konkret von Ihnen verlangt, wie der Ablauf aussieht und welche Lösung zu Ihnen passt. Ohne Juristendeutsch.

8 Branchenleitfäden · Glossar · Häufige Fragen
1. Wählen Sie Ihre Branche

Welche Pflichten gelten für mich?

Klicken Sie auf Ihre Branche – wir zeigen Ihnen sofort die wichtigsten Punkte.

Sägewerke
Rolle: meist nachgelagert · eigene Erklärung nur bei Eigenimport

Sägewerke verarbeiten Rohholz zu Schnittholz, Brettern, Balken oder Spanplatten. Kaufen sie Holz, das bereits mit einer Sorgfaltserklärung in Verkehr gebracht wurde, sind sie seit der Novelle 2025 nachgelagerter Marktteilnehmer: keine eigene Erklärung, sondern Referenznummern sammeln und aufbewahren. Nur beim Eigenimport gilt die volle Sorgfaltspflicht mit eigener Erklärung.

Ihre Pflichten

  • Referenznummern der Lieferanten sammeln, prüfen und dokumentieren.
  • Charge im Werk durchgehend mitführen – auch nach Verarbeitung muss die Zuordnung zur Eingangs-Referenz nachvollziehbar sein.
  • Referenznummer des Lieferanten erfassen und aufbewahren.
  • Alle Belege fünf Jahre digital archivieren.
  • Nur bei Eigenimport: Geodaten und Legalitätsbelege erheben, Risiko bewerten und eine eigene Sorgfaltserklärung über TRACES NT abgeben.

Typischer Ablauf

  • Lkw mit Rohholz trifft am Werk ein – Lieferpapiere werden gescannt.
  • Eingangsmaske: Lieferant, Referenznummer, Holzart, Menge und Charge erfassen (bei Eigenimport auch Geodaten und Genehmigung).
  • Risikoampel zeigt grün, gelb oder rot. Bei Gelb/Rot: Vier-Augen-Freigabe.
  • Lieferanten-Referenz wird übernommen und geprüft – bei Eigenimport eigene Erklärung.
  • Im Werk wird die Charge mitgeführt: Eichenstamm 2026-1182 → Bohlen 2026-1182-A.
  • Beim Verkauf wird die Erklärungs-Referenz dem Lieferschein beigelegt.

Was die Software können muss

  • Wareneingangs-Maske mit Holzart, Charge, Geo und Genehmigung
  • Automatische Risikoampel auf Basis der EU-Länderliste
  • Automatische Sorgfaltserklärung mit TRACES-NT-Anbindung
  • Charge-Verfolgung über die Verarbeitung hinweg
  • Anbindung an Ihr bestehendes Warenwirtschaftsprogramm
  • 5-Jahres-Archiv mit Behörden-Akte auf Knopfdruck
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2. Grundlagen

EUDR auf einen Blick

Die wichtigsten Themen kompakt – tippen Sie auf eine Frage, um die Antwort zu lesen.

Was ist die EUDR überhaupt?

Die EU-Entwaldungsverordnung – Verordnung (EU) 2023/1115 – ist ein EU-Gesetz mit klarem Ziel: keine Produkte mehr verkaufen, die Wälder zerstören. Sie ersetzt die alte Holzhandelsverordnung (EUTR).

Betroffen sind Holz, Rinder, Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Kautschuk – und alles, was daraus gemacht wird. Maßgeblich ist der Stichtag 31. Dezember 2020: Flächen, die danach gerodet wurden, sind tabu.

Welche Produkte sind betroffen?

Praktisch jedes Holzprodukt – vom Eichenstamm über Schnittholz bis zum fertigen Möbelstück. Auch Holzpaletten, Spanplatten, Parkett, Türen, Fenster, Verpackungen, Brennholz, Holzkohle, Papier und Pappe.

Außerdem: Rindfleisch, Leder, Kaffee, Kakao, Schokolade, Sojabohnen, Sojaöl, Palmöl und alle daraus hergestellten Lebensmittel oder Kosmetika sowie Naturkautschuk und Reifen.

Wann tritt die EUDR in Kraft?

30. Dezember 2026 für Holzerzeugnisse – unabhängig von der Betriebsgröße.
30. Juni 2027 – nur für natürliche Personen, Kleinst- und Kleinunternehmen, die am 31. Dezember 2024 niedergelassen waren – nur für Kleinst- und Kleinunternehmen bei Erzeugnissen, die nicht schon unter die alte Holzhandelsverordnung (EUTR) fielen.

Mit der Änderungsverordnung (EU) 2025/2650 wurden die Fristen um zwölf Monate verschoben – sie sind jetzt final. Tipp: Auch KMU sollten früher anfangen, weil die größeren Kunden oft schon Ende 2026 saubere Daten brauchen.

Was ist eine Sorgfaltserklärung?

Die Sorgfaltserklärung – auf Englisch Due Diligence Statement (DDS) – ist der formale Nachweis, dass Sie Ihre Pflicht erfüllt haben. Eingereicht wird sie über das EU-System TRACES NT. Sie bekommen eine Referenznummer, die Sie an den nächsten Käufer in der Kette weitergeben.

Inhalt: Marktteilnehmer, Produkt mit HS-Code und wissenschaftlichem Namen, Land, Geokoordinaten, Erntedatum und Bestätigung, dass die Sorgfaltspflicht erfüllt wurde.

Was sind Geodaten und wie genau müssen sie sein?

Die genaue Lage der Erntefläche – als GPS-Punkt (bei Flächen unter 4 Hektar) oder als Polygon (bei größeren Flächen). Genauigkeit: mindestens sechs Nachkommastellen bei Längen- und Breitengrad.

Jedes moderne Smartphone schafft das problemlos. In Deutschland helfen außerdem die Forstkataster der Bundesländer (z. B. BayernAtlas).

Welche Strafen drohen?

Bei Verstößen sind Bußgelder bis zu 4 % des EU-weiten Jahresumsatzes möglich. Außerdem: Beschlagnahme der Ware, vorübergehendes Marktverbot, Ausschluss von öffentlichen Aufträgen, Eintrag in einer öffentlichen Liste.

Wichtig: Die Strafen sind gestaffelt. Wer ehrlich dokumentiert und beim ersten Verstoß kooperativ ist, kommt deutlich glimpflicher davon. Bei vorsätzlichen Verstößen ziehen die Behörden härter durch.

Bin ich Marktteilnehmer oder Händler?

Marktteilnehmer ist, wer ein Erzeugnis zum ersten Mal in der EU in Verkehr bringt – etwa Importeur, Waldbesitzer beim Direktverkauf oder ein Betrieb, der Holz selbst einführt. Nur er gibt eine eigene Sorgfaltserklärung ab.

Händler und nachgelagerte Marktteilnehmer (z. B. Sägewerk oder Schreiner beim Kauf von erfasstem Holz) reichen die Ware weiter, ohne eine eigene Erklärung abzugeben. Große Betriebe (Nicht-KMU) müssen sich in TRACES registrieren und bei Hinweisen prüfen; kleine (KMU) haben vor allem eine Aufzeichnungspflicht.

Was, wenn mein Lieferant keine Geodaten liefert?

Sie bleiben handlungsfähig – mit einem klaren Vier-Stufen-Prozess:

  • Stufe 1 (Tag 7): Automatische höfliche Erinnerung an den Lieferanten mit Direktlink zum Online-Formular.
  • Stufe 2 (Tag 14): Eskalation an den Verantwortlichen bei Ihnen – mit Liste der blockierten Lieferungen.
  • Stufe 3 (jederzeit): Sie tragen die Daten selbst ein – aus Rechnung, Forstgenehmigung oder Foto. Die Software liest die wichtigsten Felder per Texterkennung heraus.
  • Stufe 4 (Compliance-Service): Auf Wunsch sprechen wir den Lieferanten direkt an – telefonisch oder per Mail, in der jeweiligen Sprache.

So darf keine Lieferung das Werk verlassen, ohne dass die Lieferanten-Ampel grün ist.

3. Glossar

Begriffe verständlich erklärt

Die wichtigsten Fachbegriffe der EUDR – kurz und in einfacher Sprache.

BLE Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung – die zuständige Behörde für die EUDR in Deutschland.
DDS Due Diligence Statement, deutsch: Sorgfaltserklärung. Die elektronische Bestätigung, dass die Sorgfaltspflicht erfüllt wurde.
Entwaldungsfrei Die Fläche, auf der das Produkt erzeugt wurde, ist nach dem 31. Dezember 2020 nicht abgeholzt worden.
EUDR EU Deforestation Regulation – Verordnung (EU) 2023/1115 vom 31. Mai 2023.
FLEGT EU-Lizenzsystem für legalen Holzhandel mit Drittländern. FLEGT-Lizenzen können EUDR-Pflichten teilweise vereinfachen.
FSC / PEFC Internationale Zertifikate für nachhaltige Forstwirtschaft. Sie ersetzen die EUDR-Pflicht nicht, helfen aber bei der Risikobewertung.
Geolokalisierung Die genaue geografische Lage der Ernte- oder Haltungsfläche – als GPS-Punkt oder als Polygon. Genauigkeit: mindestens sechs Nachkommastellen.
Händler Unternehmen, das ein Produkt nur weitergibt, ohne es zu verändern – ohne eigene Sorgfaltserklärung. Große Händler (Nicht-KMU) registrieren sich in TRACES und prüfen bei Hinweisen; kleine Händler (KMU) haben vor allem eine Aufzeichnungspflicht.
HS-Code Internationale Zolltarifnummer. In Anhang I der EUDR sind die relevanten HS-Codes aufgelistet.
KMU Kleine und mittlere Unternehmen. In der EUDR mit reduzierten Pflichten; die spätere Frist (30. Juni 2027) gilt aber nicht für Holz – dort bleibt es beim 30. Dezember 2026.
Länder-Benchmarking Die EU stuft Länder in die Risikoklassen niedrig, Standard und hoch ein. Die Einstufung bestimmt den Umfang der Sorgfaltspflichten.
Marktteilnehmer Erstinverkehrbringer eines Produkts in der EU. Hat die volle Sorgfaltspflicht.
Referenznummer Jede in TRACES NT eingereichte Sorgfaltserklärung erhält eine Referenznummer, die in der Lieferkette weitergegeben werden muss.
Risikobewertung Der zweite Schritt der Sorgfaltspflicht: das Entwaldungsrisiko jeder Lieferung anhand von Land, Lieferant und Lieferkette bewerten.
Sammelerklärung Eine zusammengefasste Sorgfaltserklärung für mehrere Lieferungen vom selben Lieferanten – häufig als Jahresbericht. Reduziert den Aufwand erheblich.
Sorgfaltspflicht Der gesamte Prozess aus Datenerhebung, Risikobewertung und Risikominderung – mit dem Ziel, ein vernachlässigbares Risiko nachzuweisen.
Stichtag 31.12.2020 Maßgebliches Datum der EUDR: Flächen, die nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet wurden, machen das Produkt nicht konform.
TRACES NT Das EU-Informationssystem, in dem Sorgfaltserklärungen eingereicht werden.
Vernachlässigbares Risiko Der Zustand, den die Sorgfaltspflicht erreichen muss. Definiert in Art. 2 Nr. 26 der EUDR.
Branchenleitfäden im Detail

Ihr ausführlicher Leitfaden je Branche

Jede Branche als eigene Seite – mit Rolle, Pflichten, Ablauf, Fristen und Software-Anforderungen.

EUDR für Sägewerke

Meist nachgelagert – eigene Erklärung nur bei Eigenimport.

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EUDR für Holzhändler

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Kaffee, Kakao, Soja, Palmöl, Rind & Kautschuk behandeln wir auf unserer Schwester-Site.

Zu eudr-agrar.compliancecompass.de →
Praxiswissen

Anleitungen aus dem EUDR-Blog

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Sorgfaltserklärung ausfüllen

Schritt für Schritt zur korrekten DDS.

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